Auf dem gesamteuropäischen Arbeitsmarkt werden sogenannte Schlüsselkompetenzen als ein wesentliches Kriterium bei Personalsuche und -auswahl betrachtet. Im Zuge der Europäischen Integration werden sie damit zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für die Nutzung von Humanressourcen.
Welche Kompetenzen braucht ein/e ManagerIn auf einem durch die Europäische Integration gekennzeichneten Europäischen Arbeitsmarkt, um ein Unternehmen zum Erfolg zu führen? Gibt es einen länderübergreifenden Konsens darüber, welche Fähigkeiten dies sind?
Dies sind die wesentlichen Fragen, auf die wir gemeinsam mit einer Gruppe von Wirtschafts- und SozialwissenschafterInnen sowie WeiterbildnerInnen im Rahmen des über das Leonardo das Vinci-Programm geförderten Projektes „Die Entwicklung strategischer Schlüsselkompetenzen im Kontext der Europäischen Integration„Antworten suchen, um basierend darauf Trainingstools entwickeln zu können. Dazu wurden in acht Ländern – Litauen, Spanien, Griechenland, Irland, Deutschland, Portugal, Bulgarien und Österreich – insgesamt knapp 900 ManagerInnen und Personalverantwortliche befragt, mit dem Ziel, Managementkompetenzen, die in Zukunft relevant sein werden, auf internationaler Ebene zu identifizieren. In weiterer Folge soll ein „Europäischer Kompetenzkatalog“ und ein Instrumentarium erstellt werden, diese Kompetenzen zu entwickeln, zu bewerten und zu fördern.
Ausgangspunkt ist dabei zunächst nicht eine kritische Aufarbeitung des Kompetenzbegriffs, sondern vielmehr ein Zurückgreifen auf verbreitete Kompetenzkonzepte allgemein und das Konzept der Schlüsselkompetenzen im Besonderen. In der Managementliteratur aus dem Bereich Wirtschaft und Wirtschaftspädagogik scheint Konsens darüber zu bestehen, dass Managementfähigkeiten im Sinne administrativer Fähigkeiten und Fachkompetenzen nicht ausreichen, um Unternehmen erfolgreich in die Zukunft zu führen. Es ist mehr gefragt, um in unsicheren Zeiten mit sich ständig verändernden Wirtschafts- und Umweltbedingungen zurecht zu kommen, und für Unternehmen daraus Gewinn zu schöpfen. Es sind Führungsqualitäten („Leadership“) gefragt: Visionen haben und für diese zu begeistern; Entscheidungen treffen und durchziehen, auch wenn sie unpopulär sind; MitarbeiterInnen motivieren, ihnen Verantwortung übertragen und sie unterstützen; offen für Innovationen sein und rasch agieren; selbstsicher und stark, entschlossen und zielstrebig handeln.
Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass Entscheidungsfähigkeit, Lernfähigkeit und Selbstpräsentationsfähigkeit zu den Top Drei der geforderten Managementkompetenzen zählen (siehe Grafik). Die richtigen strategischen Entscheidungen zu treffen gilt als der Faktor, der über Erfolg oder Misserfolg in der Unternehmenswelt entscheidet. Entscheidungsfähigkeit heißt, unter Berücksichtigung der Vision und nach Evaluierung verschiedener Möglichkeiten, Entscheidungen in vorgegebener Zeit zu treffen. Entscheidungsfähigkeit umfasst aber auch, Entscheidungen zu begründen, zu reflektieren und zu präsentieren. Außerdem soll vor allem aus der eigenen Erfahrung gelernt werden, wozu es Lernbereitschaft bedarf und der Fähigkeit, sich selbst relevantes Wissen und Fähigkeiten anzugeignen.
Insbesondere die Österreichischen und die Litauischen ManagerInnen setzen auf Führungskompetenzen („Leadership“), die einem „transformationalen“ Führungsstil dienen, der sich unter anderem an der MitarbeiterInnenzufriedenheit, der Förderung von Innovationen und dem langfristigem Erfolg des Unternehmens orientiert.
Als die vier wesentlichen Kompetenzen, die für ein solches „Leadership“ nötig sind, werden
- Begeisterungsfähigkeit (Inspiring Motivation),
- Initiativkraft (Initiativeness),
- Empathie (Empathy) und
- Selbstpräsentationsfähigkeit (Self-Presentation) identifiziert.
Das Projekt wird von der „Technischen Universität Kaunas, Fakultät für Wirtschaft und Management„ koordiniert. Nähere Informationen zum Projekt, den Ergebnissen, dem geplanten Kompetenzkatalog sowie den daraus entwickelten Methoden zur Kompetenzenstwicklung sind auf der www.sicdevelopment.org abrufbar.
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