Archiv für November 2007

Kompetent für’s Management? Schlüsselkompetenzen von ManagerInnen

Strategische Schlüsselkompetenzen

Auf dem gesamteuropäischen Arbeitsmarkt werden sogenannte Schlüsselkompetenzen als ein wesentliches Kriterium bei Personalsuche und -auswahl betrachtet. Im Zuge der Europäischen Integration werden sie damit zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für die Nutzung von Humanressourcen.

Welche Kompetenzen braucht ein/e ManagerIn auf einem durch die Europäische Integration gekennzeichneten Europäischen Arbeitsmarkt, um ein Unternehmen zum Erfolg zu führen? Gibt es einen länderübergreifenden Konsens darüber, welche Fähigkeiten dies sind?

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Ergebnisse von QUINORA

Quinora Logo

Mit Ende Oktober wurde der Endbericht zu unserem Leonardo da Vinci-Projekt QUINORA (Internationales Qualitätssicherungsprogramm für Berufsorientierungs- und Aktivierungsmaßnahmen von Arbeitssuchenden auf Systemebene) gelegt, das vom BMWA und vom AMS Österreich kofinanziert wurde, und uns in den letzten zwei Jahren immer wieder auch herausforderte.

QUINORA-Workshop-Ergebnisse:

Im ersten Halbjahr fanden vier thematische Workshops im Rahmen des EU-Projekts QUINORA in Wien statt. Die Workshops hatten zum Ziel, auf Basis der entwickelten Curriculum-Inhalte Probleme in der Praxis von Berufsorientierungs- und Aktivierungsmaßnahmen sowie Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Eine ausführliche Dokumentation der aller Workshops und ihrer Ergebnisse ist online verfügbar („Dokumentation“). Über Workshop I habe ich im Blog auch an dieser Stelle berichtet.

Eine Zusammenfassung der Projektergebnisse erscheint in der Reihe AMS info (Nr. 103).

QUINORA-CD-Rom:

Im Rahmen des Projekts wurde ein Qualitätscurriculum erstellt, der ausschreibende Einrichtungen und Projektträger in der Qualitätssicherung von Berufsorientierungs- und Aktivierungsmaßnahmen von der Planung bis hin zur Evaluation unterstützen soll. Dieses Curriculum ist nun in allen Projektsprachen auf einer CD-Rom bei abif bestellbar unter: steiner@abif.at

Nationale und internationale Evaluation:

Seit Anfang Oktober 2007 stehen der internationale und der österreichische Evaluationsbericht auf der
QUINORA-Website zur Verfügung.

abif-Beiträge zum „Lebenslangen Lernen“

LLL

Das Thema „Lebenslanges Lernen“ begleitet abif seit Beginn unserer Tätigkeit in verschiedenen Kontexten und Projekten. Auf allgemeiner Ebene spielte es bei der Analyse des Bildungsdiskurses in der (sogenannten) Wissens- und Informationsgesellschaft eine wesentliche Rolle und auch bei der Evaluierung von Qualifizierungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose sind wir in konkret mit der Thematik konfrontiert, ohne sie vielleicht explizit in den Blick zu nehmen. In der jüngeren Vergangenheit war es vor allem der arbeitsmarktpolitische Kontext, in dem wir uns mit Fragen rund um das Konzapt des Lebenslangen Lernens beschäftigten. Zum einen war dies ausführlich und auf internationaler Ebene im Projekt QUINORA der Fall, zum anderen in der vom AMS Österreich/Abt. Arbeitsmarktforschung und Berufsinformation beauftragten Studie Erwerbsbiographien und Qualifikationsprofile von WeiterbildnerInnen und TrainerInnen im berufspädagogischen Bereich vor dem Hintergrund der geforderten Umsetzung von Lifelong Learning.

Obwohl das „Europäische Jahr des Lebenslangen Lernens“ (1996) mehr als zehn Jahre zurück liegt, sind die Diskussionen um das Thema aktueller denn je, was nicht zuletzt anhand einer Reihe von Dokumenten der EU-Kommission und deren bildungspolitischer Breitenwirkung erkennbar ist. Auf nationaler Ebene startete diesbezüglich vor einem Jahr der „Dialog zum Lebenslangen Lernen“, dessen Ziel in der Entwicklung einer kohärenten LLL-Strategie für Österreich besteht. An dieser Stelle sei auch ausdrücklich auf den L3Lab-Blog von Wolfgang Jütte und Christian Kloyber hingewiesen, der sozusagen die Web 2.0-Repräsentanz für diesen Entwicklungs- und Diskussionsprozess darstellt.

Artikel erwachsenenbildung.atAktuelle abif-Beiträge zu diesen Diskussionen bestehen in der Teilnahme Karin Steiners am LLL-Workshop: Kompetenzorientierung, wo sie Thesen zu Fragen der Kompetenzorientierung vorstellte, sowie in meinem Ende Oktober im Magazin erwachsenenbildung.at erschienenen Artikel Lernende zu begleiten, ist wichtig – die Rahmenbedingungen dafür sind es nicht? Neue Lernumgebungen versus der Arbeitsrealität von ErwachsenenbildnerInnen im arbeitsmarktpolitischen Maßnahmenbereich. Der Artikel greift Ergebnisse der oben erwähnten „TrainerInnen“-Studie auf und stellt sie in den Kontext der aktuellen Diskussion einer nationalen kohärenten LLL-Strategie. Speziell richtet sich der Blick auf die organisatorischen Anforderungen der Gestaltung neuer Lernumgebungen und vergleicht diese mit den tatsächlichen Rahmenbedingungen der Tätigkeit der Lehrenden, insbesondere im arbeitsmarktpolitischen Maßnahmenbereich.

abif-Tagung „Arbeit für ältere Arbeitsuchende – Chance oder Sackgasse?“

Karin Steiner Vortrag “Productive Ageing”

Ein brisantes und höchst aktuelles Thema stand bei der letzten abif-Tagung des Jahres am 27.9.2007 auf dem Programm, die in Kooperation mit dem AMS Österreich/Abt. Arbeitsmarktforschung und Berufsinformation und dem ZSI (Zentrum für soziale Innovation abgehalten wurde. Unter dem Titel „Arbeit für ältere Arbeitsuchende – Chance oder Sackgasse?“ präsentierten und diskutierten ArbeitsmarktexpertInnen Problemlagen, Potenziale und Entwicklungsbedarfe rund um die Beschäftigung älterer ArbeitnehmerInnen. Die Leitfragen der Veranstaltung ergaben sich aus der bedeutenden arbeitsmarktpolitischen Herausforderung der (Re-)Integration von älteren Arbeitsuchenden. Welche Maßnahmen haben sich in Österreich bisher bewährt? Wo besteht Innovationsbedarf, und wie sieht es mit jenen Personen aus, die den Wiedereinstieg nicht mehr schaffen?
Jahrelang galten PC-Kurse, Bewerbungstrainings, etc. als geeignetes Mittel, arbeitslose Ältere auf einen Wiedereinstieg ins Berufsleben vorzubereiten oder wie böse Zungen behaupten, um sie zu „verwalten“. Vorbei an den Stärken älterer Menschen und ungeachtet ihrer Berufserfahrung wurden Weiterbildungsmaßnahmen verordnet – mit geringem Erfolg.
Innovative Maßnahmen zeigen neue Wege auf, für ihre Umsetzung auf breiter Ebene bedarf es zunächst noch weitergehender Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung.

Moderiert wurde die Tagung von Anette Scopetta (ZSI). weiterlesen ‘abif-Tagung „Arbeit für ältere Arbeitsuchende – Chance oder Sackgasse?“’

Zwischen Resignation und Selbstverwirklichung – Neue Beschäftigungsformen in Wien

Typologie atypisch Beschäftigter in Wien

Neue Selbstständigkeit, Prekariat, Working Poor – diese Schlagworte beschreiben die Folgen der Liberalisierung des Arbeitsmarktes, die die Anzahl der Menschen ohne feste Anstellung stark anwachsen lässt. Zu den neuen Beschäftigungsformen zählen geringfügige Beschäftigung, Teilzeit, freie Dienstverhältnisse, Arbeitskräfteüberlassung bzw. Zeitarbeit und die Neue Selbstständigkeit. Empirisch gesicherte quantitative und vor allem tiefer gehende qualitative Daten zu diesen Erwerbsformen fehlten bisher. Mit der im Oktober 2007 publizierten, von L&R Sozialforschung, SORA und abif durchgeführten Studie „Zufriedenheit, Einkommenssituation und Berufsperspektiven bei Neuen Erwerbsformen in Wien“ im Auftrag Stadt Wien (MA 27) und des waff wird diese Lücke gefüllt. Neben detaillierten Angaben zur quantitativen Verbreitung der Neuen Erwerbsformen wurden soziodemographische Merkmale, Arbeitsmarktlagen, Arbeitsplatzdynamiken, Branchen und Wirtschaftsbereiche, biographische Verläufe, Arbeitszufriedenheit und Arbeitsbelastungen untersucht, sowie eine Typologie der Beschäftigten erarbeitet. Es zeigt sich dass die Gruppe der neuen Erwerbsformen sehr heterogen ist und enorme Unterschiede aufweist, was Einkommen und Zufriedenheit angeht.

Hauptergebnis der Studie

2005 gingen in Wien bereits rund 146.021 Personen (31% Frauen, 69% Männer) einer neuen Beschäftigungsform nach. Rund 20% der Personen in Neuen Erwerbsformen haben Probleme, mit ihrem Einkommen den Lebensunterhalt zu bestreiten und sind somit prekär beschäftigt. Von den Vollzeitbeschäftigten sind es nur 7%, die von ihrem Einkommen mehr schlecht als recht leben können.

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