
UniversitätsabsolventInnen finden heute nicht mehr die sicheren Berufseinstiegs- und Karrieremöglichkeiten vor, wie dies lange Zeit der Fall war. Der unmittelbare Eintritt in den Arbeitsmarkt mit einer fixen unbefristeten Vollzeitanstellung ist heute nicht mehr selbstverständlich. Nach wie vor steigen zwar die Berufs- und Karrierechancen mit der Höhe des Bildungsabschlusses, mit den Veränderungen in der Arbeitswelt und am Arbeitsmarkt sehen sich jedoch auch JungakademikerInnen in zunehmendem Maße mit Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche konfrontiert. Wenngleich ihre Berufsaussichten im Vergleich zu Personen mit niedrigeren Bildungsabschlüssen weiterhin insgesamt als besser zu beurteilen sind, müssen UniversitätsabsolventInnen doch mit einer längeren Dauer der Jobsuche, Phasen wechselnder, mitunter auch ausbildungsfremder Tätigkeiten und vor allem auch atypischen Beschäftigungsverhältnissen rechnen.
Um die möglichen Probleme in dieser Phase des Berufseinstieges und der beruflichen Stabilisierung aufzuzeigen, führte abif in Kooperation mit SORA gemeinsam die Studie „Berufseinstieg, Joberfahrungen und Beschäftigungschancen von UNI-AbsolventInnen in der Privatwirtschaft“ im Auftrag des AMS Österreich, Abt. Arbeitsmarktforschung und Berufsinformation durch. Untersucht wurden die Studienrichtungen Betriebswirtschaft, Psychologie, Biologie, Architektur, Informatik und sowie Publizistik und Kommunikationswissenschaften.
Studienmotive
Ausschlaggebendes Motiv bei der Wahl des Studiums war für die AbsolventInnen aller Studienrichtungen das fachliche Interesse. Sehr starke Berufung für das jeweilige Fach motivierte die AbsolventInnen der Studienrichtungen Architektur, Biologie und Psychologie. Gute beschäftigungs- und Karriereaussichten sowie auch die Aussicht auf einen gut bezahlten Job war vorwiegend für die heutigen BWL- und Informatik-AbsolventInnen wichtig. Das Image eines Studiums spielte hingegen generell eine untergeordnete Rolle.
Berufseinstieg
Ein wesentliches Kriterium für den Berufseinstieg sind praktische Erfahrungen, die die AbsolventInnen schon im Zuge einer Praxis- und/oder Berufstätigkeit während des Studiums sammeln. Besonders praxiserprobt sind AbsolventInnen der Architektur. Ihre Praktika wie auch jene der BWL-AbsolventInnen waren zudem meist bezahlt und in studienrelevanten Tätigkeitsbereichen angesiedelt. Zwei Drittel der PsychologInnen, bei denen ein verpflichtendes Praktikum im Studienplan vorgesehen ist, leisteten hingegen unentgeltliche Praktika.
Die für einen Berufseinstieg erfolgversprechenden Strategien sind in den einzelnen Studienrichtungen unterschiedlich: Je nach typischer Art der Erwerbsformen innerhalb der Berufsbereiche sind auch die Zugänge zu diesen Beschäftigungen unterschiedlich. Während für gut die Hälfte der AbsolventInnen der Studienrichtung Betriebswirtschaft eine traditionelle Bewerbung eine erfolgreiche Strategie ist, trifft dies für nur 25% der Architektur-AbsolventInnen zu. Für ArchitektInnen ist hingegen der Weg in die Selbstständigkeit relevant.
Kontakte aus Praktikum oder Abschlussarbeit waren am ehesten für Psychologie- und Biologie-AbsolventInnen wichtig (17% bzw. 18%). Die Vermittlung durch HochschullehrerInnen/Hochschule/Career Center half jeweils einem Fünftel der Befragten der Studienrichtungen Biologie und Informatik weiter. Die privaten Netzwerke spielen vor allem für Betriebswirtschaft, Architektur sowie Publizistik und Kommunikationswissenschaft eine Rolle – hier schwankt der Anteil der Nennungen zwischen 24% und 20%.
Was die Schwierigkeiten beim Berufseinstieg betrifft, finden sich Informatik-AbsolventInnen in einer privilegierten Position: 62% der Befragten hatten noch gar keine Probleme. Unter den untersuchten Studienrichtungen stellt sich der Berufseinstieg demgegenüber für Psychologie- und Publizistik-AbsolventInnen am schwierigsten dar. Gemeinsam mit den BiologInnen sind diese beiden Gruppen am stärksten davon betroffen, dass für diese Studienfächer nur relative wenige Stellen angeboten werden.
Die Studie, die derzeit für weitere Studienrichtungen fortgesetzt wird (UNI-AbsolventInnen (II)), steht zum Download zur Verfügung.
Wir bedanken uns an dieser Stelle bei den Universitäten, UNI-AbsolventInnen und ExpertInnen für ihre Teilnahme an dieser Studie und ihre Auskunftsbereitschaft.
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1 Antwort zu “Beschäftigungsaussichten von UNI-AbsolventInnen”